TJEBBE BEEKMAN wird mit seinem konzeptuellen Expressionismus in den Niederlanden gern als „deutscher Maler“ bezeichnet. Die Gebäude und städtischen Motive auf seinen Bildern sind labyrinthisch und unübersichtlich. Beekman thematisiert die „kapsuläre Zivilisation“ – das Phänomen, dass sich im modernen Stadtleben selbstständige Einheiten wie Einkaufszentren mit einer Vielzahl von Funktionen des täglichen Lebens herausbilden. Hier finden Aktivitäten wie Einkaufen, Essen, Sport und Entspannung unter einem Dach statt. Gedacht als komfortable Gesamtkonzepte, sieht der Künstler darin vielmehr ein Schreckensbild und den Verfall von Kultur. Das zeigt sich in der ruinösen und aggressiven Art, in der er seine Motive malt. Der Horizont fehlt auf seinen Bildern. In diesem Punkt bricht Beekman mit der holländischen Tradition, in der Luft und Licht oft eine sehr wichtige Rolle spielen. Beekman hatte 2008/09 eine Solo-Ausstellung im GEM – Museum voor Actuele Kunst in Den Haag.